Chronik
des Augrabens
Der Augraben liegt an der südlichen Stadtgrenze
von Forchheim, begrenzt durch die Bahnlinie Bamberg-Nürnberg im Osten,
die Bahnlinie Forchheim-Höchstadt im Süden, die Zufahrtsstraße von
Forchheim nach Nürnberg im Westen und im Norden durch den Vorfluter
Augraben (daher der Name). Wo heute die Straße nach Nürnberg lang führt,
verlief früher das Kanalbett des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals, den die
Siedler des Augrabens bis 1975 überqueren mussten, erst dann wurde die
neue Straße gebaut.
Begonnen hat die Geschichte der Siedlung Augraben nach dem zweiten
Weltkrieg. In den Jahren 1946/47 siedelten einige „Einsiedler“ an den
Augraben. Zuvor war es nur eine Wiesenlandschaft, die des Öfteren
überschwemmt wurde. Die ersten Siedler hatten noch keinen Strom und
waren von der Stadt völlig abgelegen, nur ein Feldweg war die
Verbindung.
Anfang der 60er Jahre zogen weitere Bürger in den Augraben und das
Gebiet wurde an die Wasser- und Stromversorgung der Stadt angeschlossen.
Gleichzeitig baute die Stadt den Augraben als Vorfluter aus, um die
Überschwemmungsgefahr zu bannen.
Nach 1960 erwarb die Bayerische Landessiedlung den größten Teil der
Grundstücke und begann 1964 für Flüchtlinge und einheimische Abkommen
von Bauern Nebenerwerbssiedlungen zu errichten.
1965 bezogen die ersten Nebenerwerbssiedler ihre Häuser und im gleichen
Jahr wurde auch die „Siedlergemeinschaft AUGRABEN“ gegründet.
Damals war Vorschrift, dass jeder Siedler ein Nebengebäude für
Kleintierhaltung hatte und sein Grundstück mindestens 800 m² groß war,
damit er sich zum Teil selbst versorgen konnte. Vielfach zogen die für
den Erwerb einer Siedlerstelle Berechtigten zusammen mit ihren Kindern
in die Häuser, um gemeinsam die aus heutiger Sicht recht günstigen
Kredite zurückzuzahlen.

Ein typisches Siedlungshaus im fränkischen Baustil
In vier Bauabschnitten bebaute die Bayerische
Landessiedlung bis 1974 das Augrabengebiet fast völlig. Es blieben nur
vereinzelt Grundstücke frei, die inzwischen aber auch erschlossen sind.
Im Augraben stehen 70 Einfamilienhäuser, die z. T. eine Einliegerwohnung
haben und in denen ca. 200 Menschen wohnen. Vermietet sind nur wenige
Wohnungen und Häuser, die meisten Häuser bewohnen die Eigentümer selbst.
Viele
Siedler der ersten Stunde leben schon nicht mehr, so dass ihre Kinder
die Siedlerstelle übernommen haben. In vielen Fällen lebt nur noch ein
Elternteil, aber dies hat dann das Haus oft auch schon den Kindern
übertragen. Es gibt sogar Fälle, dass das Haus schon in der dritten
Generation weitergegeben wurde.
Blumenpracht um ein Siedlerhaus nach einigen Jahren
Weil es im Augraben keine Erweiterungsmöglichkeiten für den Verein gab, entschloss man sich 1990 den Verein auf die Stadt und den Landkreis Forchheim auszudehnen. Wir haben jetzt 298 Mitglieder, wobei z. T. mehrere Familienangehörige Mitglied sind. Eingeschlossen in der Zahl sind auch Mitglieder außerhalb unseres Augrabens in Forchheim und im Landkreis.
Auf der Jahreshauptversammlung 2007 wurde beschlossen, auf der
Augrabenwiese ein Vereinsheim zu bauen. Nachdem danach die Pläne für das
Vorhaben erstellt wurden, erfolgte im September 2
007
anlässlich der Augrabenkerwa der symbolische erste Spatenstich und der
Bau konnte wegen des günstigen Wetters am 22. Januar 2008 begonnen
werden. Obwohl alle Arbeiten durch Eigenleistung erbracht wurden, konnte
das Vereinsheim nach 2 Jahren und 2 Monaten am 16. März 2010 vollendet
werden.